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Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
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06 Mai 2020 11:50
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QuPuG 02/22 Kurzfassungen

Methodologische Prinzipien personzentrierter Forschung

MARTIN WALLNER1,2  , Hanna Mayer1

Einleitung

Personzentrierung wird als eine weltweite Bewegung beschrieben, die darauf abzielt, die Praxis der Gesundheitsversorgung zu (re-) humanisieren, indem der Fokus auf die „Person hinter dem Patienten“ gerichtet wird (McCormack et al., 2017; van Lieshout & Peelo-Kilroe, 2021) . Der Ansatz hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer unscharf konturierten Idee mit humanistischen Wurzeln zu einer
theoretischen Perspektive mit methodologischen Prinzipien und Methoden zur empirischen Messung entwickelt. Demnach kommt auch die gesundheits-, sozial- und pflegewissenschaftliche Forschung für, über und insbesondere mit Patient*innen nicht umhin, sich eingehend mit dieser Thematik zu befassen, sofern Forschung in einer ethischen, reflexiven und methodologisch robusten Art und Weise betrieben werden soll
(McCormack et al., 2017), und um der Anforderung sozialer Verantwortung und Reflexivität, die an neue Wissenschaften, wie die Pflegewissenschaft, gestellt wird (Schrems, 2009), gerecht zu werden.
In seiner theoretisch wohl elaboriertesten Form wird Personzentrierung definiert durch den Aufbau und die Förderung gesunder Beziehungen zwischen allen beteiligten Personen (z. B. Patient*innen, Personal, Angehörige)., Sie basiert auf der Achtung von Personen (personhood), dem individuellen Recht auf Selbstbestimmung sowie gegenseitigem Respekt und Verständnis und wird durch eine Kultur der Befähigung ermöglicht, die kontinuierliche Praxisentwicklung fördert (McCormack & McCance, 2017, S. 3) . Hervorzuheben ist zudem der Fokus auf Praxiskulturen und die damit verbundene Prämisse, dass Personzentrierung nur dann wirkungsvoll sein kann, wenn das Personal in Gesundheitseinrichtungen
selbst Personzentrierung erfährt und befähigt wird, personzentriert zu arbeiten (McCormack, 2022).
Zwischen der unternehmensstrategischen Rhetorik bzw. dem nominellen Gebrauch des Schlagworts
„Personzentrierung“ und den realweltlichen Erfahrungen von Patient*innen, Familien und dem Personal in der Praxis der Gesundheitsversorgung klafft jedoch nicht selten eine Lücke (Grossmann et al., 2018; McCormack et al., 2017) . Dewing et al. (2017) argumentieren, dass Personzentrierung häufig als selbstverständlich angenommen wird, während es deutliche Hinweise darauf gibt, dass eine personzentrierte Praxis schwierig zu realisieren ist und die bestehende Praxis nicht so personzentriert ist, wie häufig behauptet wird. Oft beruhen solche Diskrepanzen auf einem konzeptuellen Missverständnis, etwa einer Verwechselung von Personzentrierung mit Patientenzentrierung (Dewing et al., 2021b) . Trotz offenkundiger Ähnlichkeiten unterscheiden sich diese Ansätze in wesentlichen Punkten (Håkansson Eklund et al., 2018). Darüber hinaus werden in Forschungsarbeiten über Personzentrierung selten personzentrierte Werte in der zugrundeliegenden Methodologie berücksichtigt und es gab bis zuletzt kaum Anzeichen für nennenswerte Fortschritte in dieser Hinsicht (McCormack et al., 2017). Dieser Beitrag führt in den aktuellen
Stand der Diskussion um methodologische Prinzipien personzentrierter Forschung ein. Nach einem konzisen Forschungsüberblick werden grundlegende wissenschaftstheoretische Überlegungen erörtert und verschiedene Vorschläge für methodologische Prinzipien personzentrierter Forschung skizziert.

Korrespondenzadressen: martin.wallner@kl.ac.at


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1 Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Fachbereich Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Person-Centred Care Research, Krems an der Donau, Österreich
2 Universität Wien, Vienna Doctoral School of Social Sciences, Institut für Pflegewissenschaft, Wien, Österreich

Eingereicht am: 
Angenommen am: 

 

 

Verbündete oder Störenfriede? Wie Gesundheitsexpert*innen die Rolle von Angehörigen bei der Patientensicherheit einschätzen

 ANKE JÄHNKE1, ALWIN ABEGG2, AMELIE ZENTGRAF3, MARIANNE FRECH4 & IREN BISCHOFBERGER5

Zusammenfassung

Die vorliegende qualitativ-explorative Studie untersuchte als erster Teil eines Forschungsprojekts mit sequenziellem Mixed Methods Design die Rolle von betreuenden Angehörigen bei sicherheitsrelevanten Ereignissen aus Sicht von Gesundheitsfachpersonen. Dazu wurden 23 problemzentrierte Expert*inneninterviews mit Gesundheitsfachpersonen unterschiedlicher Leistungserbringer in der Deutschschweiz geführt und inhaltsanalytisch nach Kuckartz (2018) ausgewertet. Anschließend diente das Kodierparadigma nach Strauss & Corbin (1996) als Heuristik, die Fülle des deduktiv und induktiv codierten Datenmaterials zu systematisieren. Alle Befragten waren zwar der Ansicht, dass Angehörige unverzichtbare Akteur*innen in der Gesundheitsversorgung sind. Hingegen wurde die Möglichkeit, dass sie mithelfen könnten, Behandlungsfehler bei der Pflege und Versorgung ihrer Nächsten aufzudecken bzw. zu vermeiden, konträr bewertet. Einerseits sehen die Expert*innen deren Rolle als förderlich bzw. als Verbündete, andererseits als hinderlich, d. h. als Störenfriede für eine gelingende Zusammenarbeit mit Gesundheitsfachpersonen. Diese Bewertung hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab, insbesondere
vom jeweiligen Versorgungssetting, der Art und Weise, wie die Angehörigen ihr Anliegen vorbringen, und von der professionellen Haltung der Gesundheitsfachperson. Entsprechend wurde einladend oder abwehrend auf sie reagiert. Für eine angehörigenfreundliche Betriebskultur und eine aktive Rolle von Angehörigen bei sicherheitsrelevanten Ereignissen ist die bewusste Kommunikations- und Beziehungsgestaltung im Dialog mit Angehörigen auf Augenhöhe entscheidend.

Schlüsselwörter: Angehörige, Gesundheitsfachpersonen, Patientensicherheit, Fehlerkultur, Expert*inneninterviews, qualitative Forschung, inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse



Abstract

This qualitative-explorative study investigated the role of family caregivers in safety-relevant events from the
perspective of health professionals. It represents the first part of a research project with a sequential mixed methods design. For this purpose, 23 problem-centred expert interviews were conducted with health professionals from different service providers in German-speaking Switzerland. The analysis was based on the qualitative text analysis by Kuckartz (2018). Subsequently, the coding paradigm according to Strauss & Corbin (1996) served as a heuristic to systematise the abundance of deductively and inductively coded data material. All interviewees emphasised that relatives are indispensable actors in health care. Yet, the fact that they help to detect or avoid treatment errors in the care of their loved ones was assessed in contrasting ways. On the one hand, the experts see their role as beneficial or as allies, on the other hand, as a hindrance, i.e., as troublemakers for a successful cooperation with health professionals. The evaluations depended on a variety of influencing factors, in particular on the respective care setting, the way in which relatives raise their concerns, and the attitude of the health professional. Relatives were more likely to be characterised as allies or troublemakers in certain contexts, and accordingly reacted invitingly or defensively to them. A carer-friendly corporate culture requires an active role of carers in safety-relevant events and a conscious shaping of communication and relationship in dialogue with carers at eye-level.

Keywords: family caregivers, carers, health professionals, patient safety, safety culture, expert interviews, qualitative research, thematic qualitative text analys

Korrespondenzadresse: Anke Jähnke, Careum Hochschule Gesundheit / Forschung; Gloriastrasse 18a,
CH-8006 Zürich; anke.jaehnke@icloud.com

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1. Anke Jähnke, RN, M. A., MPH
2. Alwin Abegg, M. A.
3. Amelie Zentgraf, M. A.
4. Marianne Frech, RN, MScN, PhD
5. Iren Bischofberger, RN, Prof. Dr.

Durchführende Institution:
Careum Hochschule Gesundheit, Bereich Forschung
Korrespondenzadresse
Anke Jähnke
Careum Hochschule Gesundheit / Forschung
Gloriastrasse 18a
CH-8006 Zürich
anke.jaehnke@icloud.com
Fördergelder:
Die Studie wurde gefördert durch die Stiftung Pflegewissenschaft Schweiz und den For-schungsfonds des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK – ASI.

Eingereicht am: 

Angenommen am: 
 

 

Bedürfnisse und Versorgungsbedarf von Familien mit chronisch kranken Kindern zu Hause – eine qualitative Fallstudie

 PATRICIA GABRIELA ZAHND, GABRIELA VON NIEDERHÄUSERN, MARGARITHE SCHLUNEGGER,
URSULA KLOPFSTEIN & MAYA ZUMSTEIN-SHAHA

Zusammenfassung

Kinder mit schweren chronischen Erkrankungen werden häufig von den Eltern zu Hause gepflegt und sind oft auf verschiedene Dienstleistungen des Gesundheitswesens angewiesen. Drei betroffene Familien, Personen aus deren Versorgungsnetz und weitere Fachpersonen wurden im Rahmen einer qualitativen Fallstudie zu ihren Bedürfnissen hinsichtlich Betreuung und Versorgung befragt. Die Daten wurden mittels reflexiver thematischer Analyse ausgewertet und verglichen.
Die Kinder sind in verschiedenen Altersstufen. Für ihre adäquate Versorgung müssen verschiedene Hürden überwunden werden. Informelle private Unterstützung und professionelle Hilfe ist unabdingbar. Um die Herausforderungen zu meistern, benötigen die Familien frühzeitig Zugang zu weiterführenden Informationen und Unterstützung im Aufbau eines tragenden Versorgungsnetzes. Angebote für besonders intensive Betreuungsphasen müssen ausgebaut werden. Den Eltern ist es wichtig, in ihrer Expertenrolle für ihr Kind anerkannt und ernstgenommen zu werden.

Schlüsselwörter: Kinder mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen, häusliche Pflege, Pflege, Bedürfnisse der Familie

Needs of families with chronically ill children at home – a qualitative case study

Abstract

Children with Medical Complexity are commonly cared for at home, but often rely on health care services. Three affected families, persons from their supply network and subsequent experts were interviewed to conduct a multiple case study about the family’s needs. The specific family situations were analyzed according to reflexive thematic analysis and then compared.
The children are of various age groups. To provide adequate care, various obstacles need to be overcome. Support from the local environment and from health professionals is essential. The families need early access to further information and support in developing a sustainable supply network. Services for intense care periods need to be extended. Parents wish to be taken seriously and acknowledged in their expert roles referring to their child.

Keywords: Children with Medical Complexity, Home Health Care, Nursing Family’s Needs

Korrespondenzadresse: Maya Zumst ein-Shaha, maya.zumsteinshaha@bfh.ch; Patricia Gabriela Zahnd, zahnd.p@gmx.ch

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Patricia Gabriela Zahnd, MScN, Pflegefachfrau Geburtshaus Luna Ostermundigen,
M: zahnd.p@gmx.ch
Gabriela von Niederhäusern, MAS Care Management, Geschäftsleitung Familycare Sidebärg,, M: gabriela.vonniederhaeusern@familycare-bern.ch
Margarithe Schlunegger, MScN, PhD Studentin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Angewandte Forschung & Entwicklung Pflege, Berner Fachhochschule, Departement Gesundheit, M: margarithe.schlunegger@bfh.ch
Ursula Klopfstein, Dr. med., Dozentin, Master of Science in Pflege, Berner Fachhochschule, Departement Gesundheit, M: ursula.klopfstein@bfh.ch
Maya Zumstein-Shaha, Prof. Dr., RN, FAAN, stv. Programmleiterin Master of Science in Pflege, Berner Fachhochschule, Departement Gesundheit, M: maya.zumsteinshaha@bfh.ch

Institut:
Berner Fachhochschule, Fachbereich Gesundheit, Bern, Schweiz

Eingereicht am: 

Angenommen am: 
 

Frühmobilisation von Intensivpatient*innen Eine qualitative Analyse mit mobilisierendem Fachpersonal an einem deutschen Universitätsklinikum zur Gestaltung, zum Verständnis und zu den Einflussfaktoren der Frühmobilisation


AMREI CHRISTIN MEHLER-KLAMT1, JANA HUBER1, ANGELIKA WARMBEIN2, IVANKA RATHGEBER2, CHRISTOPH OHNEBERG1, LUCAS HÜBNER3, CHRISTINA SCHARF3, INES SCHROEDER3, MICHAEL ZOLLER3, MARCUS GUTMANN4, JOHANNA THERESIA BIEBL4, EDUARD KRAFT4, ULI FISCHER2 & INGE EBERL1

Zusammenfassung:

In Deutschland werden jährlich ca. 2 Mio. Intensivpatient*innen behandelt (Radtke, 2020). Diese werden in den ersten 72 Stunden nach Aufnahme auf die Intensivstation nicht regelhaft mobilisiert (Fuest & Schaller, 2018), was für die Betroffenen ein Risiko für Langzeitschäden mit sich bringt. Mobilisation hat einen positiven Effekt auf den Heilungsverlauf und die Rehabilitation, wenn sie möglichst früh im Krankheitsverlauf beginnt. Anhand dieser qualitativen Querschnittstudie mit Pflegefachpersonen, Physiotherapeut*innen und Ärzt*innen soll eruiert werden, wie Frühmobilisation auf Intensivstationen durchgeführt wird und welche Barrieren und Förderfaktoren diese beeinflussen.
Hierzu wurden drei Gruppendiskussionen und 13 problemzentrierte Interviews mit mobilisierenden Fachpersonen verschiedener Intensivstationen eines Universitätsklinikums durchgeführt. Es konnte herausgefunden werden, dass Frühmobilisation von den Befragten sehr unterschiedlich verstanden und durchgeführt wird. So gibt es bspw. kein vereinheitlichtes Schema nach dem mobilisiert wird. Fördernd für die Frühmobilisationsdurchführung sind bspw. ausreichend vorhandenes Personal sowie genügend Zeit und Hilfsmittel. Als hemmend werden z. B. fehlendes Personal und Equipment und Zeitdruck angeführt.

Schlüsselwörter: Frühmobilisation, Intensivstation, qualitative Studie

Very early mobilization of intensive care patients
A qualitative analysis of the current situation with mobilizing specialists
at a German university hospital on design, understanding and influencing factors of early mobilization


Abstract

In Germany, approximately 2 million intensive care patients are treated (Radtke, 2020). These are not regularly mobilized in the first 72 hours after admission to the ICU (Fuest & Schaller, 2018), which puts them at risk for longterm damage. Mobilization has a positive effect on healing and rehabilitation in many patient groups if it begins as early as possible in the course of the disease. The aim of this qualitative cross-sectional study with nurses, physiotherapists and physicians was to find out how early mobilization is carried out in intensive care units and which barriers and support factors influence it. For this purpose, three group discussions and 13 problem-centered interviews were conducted with mobilizing specialists of different intensive care units of a university hospital. It was found that early mobilization is understood and carried out very differently by the respondents. For example, there is no standardized scheme for mobilization. The implementation of early mobilization is supported, for instance, by the availability of sufficient personnel, time, and equipment. The lack of personnel and equipment and time pressure are cited as inhibiting factors.

Keywords: Very early mobilization, Intensive Care Unit, qualitative study

Korrespondenz: Amrei.Klamt@ku.de

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Autor*innen
Amrei Christin Mehler-Klamt1 (M. Ed.), Jana Huber1 (B. Sc.), Angelika Warmbein2 (M. Sc.), Ivanka Rathgeber2 (M. A.), Christoph Ohneberg1 (M. Sc.), Dr. Lucas Hübner3, Dr. Christina Scharf3, Dr. Ines Schroeder3, PD Dr. Michael Zoller3, Marcus Gutmann4 (B. Sc.), Dr. Johanna Theresia Biebl4, PD Dr. Eduard Kraft4, Dr. Uli Fischer2, Prof Dr. Inge Eberl1

1 Professur für Pflegewissenschaften, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland
2 Stabsstelle für klinische Pflegeforschung und Qualitätsmanagement, LMU Klinikum München, Deutschland
3 Klinik für Anästhesiologie, LMU Klinikum München, Deutschland
4 Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Muskuloskelettales Universitätszentrum München (MUM), LMU Klinikum München, Deutschland

Projektinformationen:
Diese Studie ist im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie „Robotische Systeme für die
Pflege“ geförderten Projekts MobiStaR entstanden (Förderkennziffer : 16SV842; Registrierung ClinicalTrails: NCT05071248).

Korrespondenzadresse:
Amrei Christin Mehler-Klamt, M. Ed. (Univ.)
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Fakultät für Soziale Arbeit,
Professur für Pflegewissenschaften,
Kapuzinergasse 2, 85072 Eichstätt, DEU
Amrei.Klamt@ku.de

Eingereicht am: 

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Digitale Reminiszenzarbeit – eine explorative Fallstudie in der stationären Langzeitpflege

 MIRJAM MÜLLER1, EVA SOOM AMMANN1, ANDREA ERMLER2, MARCO SOLDATI3 & FRIEDERIKE
J.S. THILO1

Zusammenfassung:

Die soziale Interaktion zwischen Pflegeheimbewohnenden und Angehörigen oder Pflegenden ist oft durch Erkrankungen und institutionelle Faktoren erschwert. Reminiszenzarbeit und Spiele können die soziale Interaktion fördern. Unklar ist, ob dies auch mit einer digitalisierten Anwendung erzielt werden kann. Deshalb explorierte die Studie, wie die Reminiszenzarbeit in ein digitales Spiel integriert werden kann und inwiefern dieses Spiel die soziale Interaktion fördert. Es wurde eine qualitative Fallstudie mit drei Fällen, bestehend aus Bewohnenden, Angehörigen und Pflegenden, durchgeführt. Die Datenerhebung fand mit Beobachtungen, Interviews und Fragebogen statt. Die Datenanalyse erfolgte inhaltsanalytisch nach Elo und Kyngäs. Das Reminiszenzmaterial im digitalen Spiel rief bei den Bewohnenden Erinnerungen hervor und förderte die Kommunikation. Der Einfluss des Spiels auf die soziale Interaktion hing von der bereits etablierten Beziehung ab. Zwischen Pflegenden und Bewohnenden konnten soziale Hemmungen teilweise überwunden werden. Die Studie zeigt, dass das digitale Spiel für die Reminiszenzarbeit geeignet ist und gibt Hinweise zur bedarfsgerechten Entwicklung. Zukünftige Forschung sollte die Thematik über längere Zeit und bei unterschiedlichen Personengruppen untersuchen.

Schlüsselwörter: Langzeitpflege, Reminiszenz, digitale Spiele, Interaktion, multiple Case Study


Digital reminiscence therapy – an explorative case study in long-term inpatient care


Abstract

Social interaction between nursing home residents and relatives or carers is often impeded by illness and institutional factors. Reminiscence therapy and games can enhance social interaction. However, it is uncertain whether this can also be achieved by means of a digitalized application. Therefore, the study explored how reminiscence therapy can be integrated into a digital game, and to what extent this game can promote social interaction. An explorative case study with three cases consisting of residents, relatives, and carers was conducted. Data collection took place by means of observations, interviews, and questionnaires. The analysis was content-analytical according to Elo and Kyngäs. The reminiscence material integrated into the digital game evoked memories in the residents and stimulated communication. The impact of the game on social interaction depended on the already established relationship. However, some social inhibitions between caregivers and residents were partly overcome. The study indicates that the digital game is suitable for reminiscence therapy, and provides indications for demand-oriented game development. Further research should investigate the topic over a longer period of time and with various populations.

Keywords: Nursing home, reminiscence, digital game, interaction, multiple case study

Korrespondenzadresse: mirjam.mueller@siloah.ch

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Autor*innen
Mirjam Müller, MSc, RN1
Eva Soom Ammann, Prof. Dr.1
Andrea Ermler, BSc, MAS, RN2
Marco Soldati, MSc3
Friederike J.S. Thilo, PhD, RN1

1 Berner Fachhochschule, Departement Gesundheit, angewandte Forschung & Entwicklung Pflege
2 Domicil Bern
3 Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Institute for Data Science

Deklaration Interessenkonflikt: Die Autorinnen MM, ESA und FJST geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. AE arbeitete im Management des Alters- und Pflegeheims, in welchem die Daten erhoben wurden. MS war an der Spielentwicklung beteiligt. Beide waren jedoch weder in die Erhebung noch in die Analyse der Daten involviert.
Beitrag zur Konzeption der Arbeit: MM, FJST, ESA, MS Beitrag Erfassung, Analyse und Interpretation der Daten: MM, FJST, ESA
Beitrag Manuskripterstellung: MM, FJST, ESA, MS, AE
Genehmigung der definitiven Version: MM, FJST, ESA, MS, AE
Verantwortung: MM, FJST, ESA

Korrespondenzadresse:
Mirjam Müller; Morillonstrasse 44, CH-3007 Bern, Schweiz
+41 76 541 12 08, mirj.mueller@hotmail.com; mirjam.mueller@siloah.ch

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