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06 May 2020 11:50
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QuPuG 01/21 Kurzfassungen

Desorganisierte Lebensweisen und ambulante Versorgung – Die Sicht der Pflegenden auf soziale Interaktionen

LISA GRAUROCK-ROSEMEIER1, CHRISTINE DUNGER2

Zusammenfassung

Pflegende in der ambulanten Versorgung begegnen immer wieder Menschen, deren Lebensweise sie als desorganisiert erleben. Oftmals wird dann von „Verwahrlosung“ gesprochen. Dieses Erleben hat Einfluss auf die Gestaltung von pflegerischen Interaktionen. Trotz ihrer Schlüsselrolle bei der Identifikation und der Versorgung von betroffenen Menschen, ist noch wenig zum Erleben der professionell Pflegenden und der damit verbundenen Gestaltung von pflegerischen Interaktionen in der wissenschaftlichen Literatur bekannt.
Das qualitative Design orientierte sich an der Grounded Theory. Zehn leitfadengestützte Interviews mit professionell Pflegenden und Sozialarbeiter*innen wurden durchgeführt, transkribiert und analysiert. Als zentrales Phänomen konnte das Erleben der Pfleginteraktionen in einem Spannungsfeld identifiziert werden. Die Pflegenden versuchen auf der einen Seite, ihrer erlebten pflegerischen Verantwortung gerecht zu werden, die sich aus dem von ihnen umzusetzenden Auftrag ergibt. Auf der anderen Seite gilt es, das Recht auf Selbstbestimmung der zu Pflegenden zu akzeptieren. In diesem Zusammenhang spielt ihr Verständnis von Normalität eine zentrale Rolle. Letztlich sind Prozesse der Stigmatisierung und ethische Implikationen bei der Gestaltung dieser Pflegeinteraktionen zu diskutieren. 

Schlüsselwörter: Verwahrlosung, desorganisierte Lebensweise, Stigmatisierung, Grounded Theory

Disorganised lifestyle and home care setting – Nurses’ view on social interactions


Abstract

Nurses in outpatient care repeatedly encounter people whose lifestyles they experience as disorganized. Then, often the term "self-neglect" is used. This experience influences the design of nursing interactions. Despite the professional nurses' key role in identifying and providing care foraffected people, little is known in scientific literature about nurses' perception and the associated design of of nursing interactions.
The qualitative design uses the grounded theory approach. Ten guided interviews with caregivers and social workers were conducted, transcribed, and analysed. The central phenomenon is the nurses’ experience of interactions as a field of tension. On the one hand, nurses try to be responsible appropriate to their mandate and scope of action. On the other hand, they need to accept the patient’s right to self-determination. In this context, the professional nurses’ understanding of normality plays a central role. Finally, the processes of stigmatisation and ethical implications must be discussed when designing this special nursing interactions.

Keywords: Self-neglect, disorganized lifestyle, stigmatisation, Grounded Theory

Korrespondenzadressen: Lisa Graurock-Rosemeier, lisa.graurock-rosemeier@uni-wh.de; Christine Dunger, christine.dunger@uni-wh.de


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1 Lisa Graurock-Rosemeier, MSc, BSc Universität Witten/Herdecke, Universitätsklinikum Essen
2 Christine Dunger, Ph.D., MSc, BScN Universität Witten/ Herdecke, Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Förder*innen: Die hier beschriebene Masterarbeit wurde nicht beauftragt oder gefördert.
Eingereicht am: Winter 2018
Angenommen am: Frühjahr 2020

 

 

Verstehen entsteht während der Interaktion Videographische Analyse von Interaktionsdynamiken zwischen Personen mit Demenz und
Pflegenden bei der Mundpflege

 KIRSTEN SAYNISCH1, THOMAS BEER1

Zusammenfassung

Hintergrund: Während der Mundpflege zeigen Personen mit fortgeschrittener Demenz – bedingt durch Veränderungen des Sprachverständnisses – „herausfordernde Verhaltensweisen“ mit negativen Auswirkungen auf die Mundhygiene. Ausgehend von Meads Annahme zur Entstehung von Interaktion, bestand das Ziel der vorliegenden Studie in der Wissensgenerierung zur Frage, ob nonverbale Kommunikationsaspekte in Form von Bewegungs- und Berührungsangeboten ein Situationsverstehen während der Mundpflege ermöglichen. Methodisch erfolgte eine Sekundäranalyse von sechs videographischen Sequenzen aus dem Forschungsprojekt „Emmoti-KOMM” im hermeneutisch-zyklischen Prozess nach Knoblauch. Ergebnisse: Ein orientierender Blickkontakt und das Einbeziehen der Person mit Demenz in die Pflegehandlung, entsprechend ihrem Interaktionsrhythmus, sowie Bewegungs- und Berührungsangebote in Form von begleiteter Bewegung, scheinen Situationsverstehen zu ermöglichen.
Diskussion: Durch Bewegungs- und Berührungsangebote als signifikante Symbole im Sinne des sozialen Handelns nach Mead kann ein Verstehen der Situation bei Personen mit Demenz möglich werden. Der Fokus der Pflegenden sollte sich von der Handlungsorientierung hin zu personenorientierter Interaktion verändern.

Schlüsselwörter: Demenz, Interaktion, Mundpflege, nonverbale Kommunikation, soziales Handeln

Understanding occurs during interaction Videographic analysis of interaction dynamics between people with dementia and carers in oral care

Abstract

Background: Due to changes in speech comprehension, people with advanced dementia display „challenging behaviour“ during oral care with a negative impact on oral hygiene. Based on Mead’s assumption on the development of interaction, this study aimed to generate knowledge regarding the question whether non-verbal forms of communication like touch and movement will facilitate situational understanding during oral care. Methods: We performed a secondary analysis of six videographic sequences from the „Emmoti-KOMM“ research project following the hermeneutic-circular process according to Knoblauch. Results: Orienting eye contact and the integration of persons with dementia into care activities according to their interactional rhythm as well as offerings concerning movement and touch in form of accompanied movement seem to facilitate situational understanding.
Discussion: By offering touch and movement as significant symbols of social interaction according to Mead,
situational understanding becomes possible for people with dementia. Nurses should shift the focus from an actionoriented approach towards person-oriented interaction.

Keywords: dementia, interaction, oral care, nonverbal communication, social interaction

Korrespondenzadresse: kirsten.saynisch@spitex-arbon.ch; Teufenerstrasse 189, CH 9012 St Gallen

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Name des Instituts: 1 FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Förder*innen: Es bestehen keine Auftraggeberinnen und Auftraggeber/Förderinnen und Förderer.
Eingereicht am: Frühjahr 2019

Angenommen am: Herbst 2019
 

 

Heilige, Dienstmädchen oder Drachen? Das Image von Pflegefachfrauen in Krankenhausserien

 ERIKA LEUENBERGER1, ANNE KERSTEN2, EVA SOOM AMMANN3

Zusammenfassung

Im TV ausgestrahlte Serien beeinflussen die Vorstellung von Berufswahlinteressierten, Berufsangehörigen und der Politik über die dort dargestellten Berufe. Untersuchungen anglo-amerikanischer Krankenhausserien (KHS) haben aufgezeigt, dass der Pflegeberuf als Frauenberuf porträtiert wird. Pflegefachfrauen (PFF) werden stereotyp als Engel, Dienstmädchen oder Drachen dargestellt und es wird ein Image der ‚unsichtbaren Pflege‘ vermittelt. Eine systematische Untersuchung neuerer und v.a. deutschsprachiger KHS zum Image von PFF fehlt. Deswegen ist diese Studie den Fragen nachgegangen, wie PFF in KHS dargestellt und welche Images vermittelt werden. Dies erfolgte mittels einer inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse von insgesamt 12 Episoden aus zwei deutschen und einer amerikanischen Serie. Die Analyse von 16 fiktiven Pflegepersonen bestätigt stereotype Darstellungen und führt neue Nuancen ein: Berufsstolz, einen forsch-sarkastischen Umgangston und vereinfachende Pflegedefinitionen, welche sich nicht an Definitionen professioneller Pflege orientieren. Letzteres generiert ein Halbwissen über den Pflegeberuf, was sich negativ auf die Schweizer Bestrebungen für eine gesetzlich verankerte und berufspolitische Stärkung der Pflege auswirken kann.

Schlüsselbegriffe: Image, Krankenhausserien, CSI-Effekt, Pflegefachfrauen

Saints, Handmaidens or Dragons? The Image of Female Nurses in Hospital Series

Abstract
 
Series on television seem to influence potential students’, professionals’ and political decision makers’ perception of the portrayed professions. Several studies have analysed Anglo-American hospital series (HS) and have shown that the nursing profession is portrayed as a gender typical profession for women. Research also indicates that female nurses are portrayed as angels, handmaidens, battle-axes, and that the nursing profession is invisible. Newer systematic studies are lacking, especially about German HS. Therefore, the aim of this study was to examine how female nurses are portrayed in HS and which images are used to portray them. This study used a structured content analysis to analyse 12 episodes of two German and one American HS. The analysis of 16 fictive nurses confirms stereotypical images, but also introduces new nuances such as: pride about profession, brisk-sarcastic communication and simplified nursing definitions, which do not refer to professional nursing definitions. The latter creates a semi-knowledge about nursing, which may negatively impact the Swiss political intentions to strengthen the nursing profession and its legal basis. 

Keywords: Image, hospital series, CSI effect, female nurses

Korrespondenzadresse: Erika Leuenberger; e.leuenberger@bluewin.ch

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1 Arbeitgeber: Stiftung Medizinische Notrufzentrale / Auftraggeberin für Masterthesis: Masterstudiengang Pflege an der Berner Fachhochschule Fachbereich Gesundheit
2 Berner Fachhochschule BFH, Departement Gesundheit, aF&E Pflege, Bern
3 Berner Fachhochschule BFH, Departement Gesundheit, MSc Pflege, Bern

Eingereicht am: Frühjahr 2020

Angenommen am: Herbst 2020
 
 

Kultursensibel pflegen: Herausforderungen innerhalb einer multikulturellen Pflegebeziehung 


ANJA RATTAY1, KARIN BAUER2

Zusammenfassung

Unsere Gesellschaft ist zunehmend von religiöser Diversität geprägt. Das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Vorstellungen, Normen und Bedürfnissen innerhalb eines multikulturellen Settings birgt Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Ziel dieser Arbeit war es, Herausforderungen bei der Pflege von muslimischen Menschen durch christlich geprägte Pflegepersonen zu erfassen. Dies soll das Erkennen und Überwinden von Barrieren ermöglichen, zu einer professionellen und kultursensiblen Pflege auffordern sowie Vorurteilsbildungen vorbeugen. Als methodische Herangehensweise wurde ein systematisiertes Review gewählt. Im Vorfeld wurde ein Scoping Review zur Thematik verfasst. Von insgesamt 137 Suchergebnissen wurden nach Analyse und kritischer Beurteilung acht Studien eingeschlossen. Es konnten acht Herausforderungen identifiziert werden: die Sprachbarriere, das Othering, das Gegenüberstehen kultureller Prägungen, Vorurteile, Misstrauen und Wissensmangel von beiden Seiten, der Entscheidungsprozess sowie die Modesty. Die Ergebnisse zeigen, dass adäquate Aus- und Weiterbildung sowie organisatorische Bereitschaft nötig sind. Pflegepersonen müssen sich über Unterschiede bei Wertvorstellungen, Bedürfnissen und Überzeugungen bewusst sein und diesen mit Offenheit begegnen.

Schlüsselwörter: Islam, Pflege, Herausforderung, multikulturelle Pflegebeziehung
 

Culturally Sensitive Care: Challenges within a Multicultural Nurse-Patient Relationship


Abstract

Our society is increasingly characterised by religious diversity. The meeting of different ideas, norms and needs within a multicultural setting presents challenges which must be overcome. The aim of this paper was to identify challenges that arise in the care for Muslim people by nurses influenced by Christianity. This should make it possible to recognise and overcome barriers, encourage professional and culturally sensitive care and prevent the formation of prejudices. A systematic review was chosen as methodological approach. A scoping review was written on the topic in advance. Eight studies were included after analysis and critical evaluation from a total of 137 search results. Eight challenges were identified: language barrier, othering, contrast of cultural imprinting, prejudices, distrust and lack of knowledge on both sides, the decision making process and modesty. The results show that adequate education and training as well as organisational willingness are necessary. Nurses must be aware of differences in ideals, needs and beliefs and treat them with openness. 

Keywords: Islam, nursing care, challenge, multicultural nurse-patient relationship

Korrespondenz: rattay.anja@gmail.com

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1 Privatklinik Rudolfinerhaus 
unter Betreuung von Karin Bauer, MSc MSc Campus Rudolfinerhaus durchgeführt als Bachelorarbeit am Campus Rudolfinerhaus
Förder*innen:
 Keine Auftraggeberinnen oder Auftraggeber vorhanden

Eingereicht am: Frühjahr 2020

Angenommen am: Herbst 2020